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Central London

In Central London ticken die Uhren anders. Man steht später auf, arbeitet bis lange in den Abend. Der Frühe Vogel… ist dort nicht zu Hause. Gegen 8 oder 9 ist man ist auf Achse – in der Hand das Meal-Deal vom Sainsburry’s um die Ecke (1 x Sandwich, 1 Apfel, 1 Getränk für 3 Pfund) am Ohr das Telefon und mit schnellem Schritt auf dem Sprung zur nächsten U-Bahn Haltestelle. Das warten endet mit einem warmen Windstoß der beim Ankommen der aller 30 Sekunden einfahrenden Wagons die Frisur gewaltig durcheinander wirbelt. Die Züge verschwinden Innerhalb von Sekunden mit eine mechanischen Tür-Schließ Geräusch in Richtung Wimbledon, Stratford, Morden, Kings Cross oder einer der anderen Endstationen der Stadt. Nachdem die automatisch eingespielten Computerstimme dir sagt „Mind the gaps“ öffnen sich die Türen. Absätze klappern, Sandwichtüten rascheln, Fahrplanansagen überlagern sich. Danach verschwindet jeder für die nächsten Stunden in eines der aus dem Boden ragenden, verglasten Riesen. Unermüdlich rattern die Wagons weiter Schlangen durch den Londoner Untergrund der durchlöchert ist wie Schweizer Käse. Am Abend geht das Gewusel weiter. Menschenscharen belagern die Bus,- und Bahnstationen. Die beste Zeit für entspannte Ausflüge ist nun vorbei.

Central_London_River_Thames_way

Central_London_London_BoxPark

Central_London_Borough_Market

Central_London_Underground_Station

Central_London_Underground_Station_Baker_Street

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Central_London_London_Bridge_Sonnenuntergang

Central_London_London_Eye

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Central_London_Sky_Garden

Central_London_by_Night

Hackney Wick

Die Zeit während meiner Praktika in London (er)lebte ich hauptsächlich im Künstler,- Alternativ,- Skater, und Hausboot Stadtteil Hackney Wick. Der Londoner Osten glänzt durch Mini-Brauereien und Cafe’s, einfallsreicher Street-art und besticht durch eine Heimelichkeit wie ich Sie aus meinem 300-Mann Heimatort kenne. Die freundliche Studentin von gegenüber verkauft selbstgemachte Pancakes direkt aus dem Fenster der Erdgeschoss Wohnung, das Künstleratelier nebenan hat stets eine offene Tür durch die es im vorbei gehen nach Holz, Farbe und Staub riecht und im Laden um die Ecke, findet Abends der nächste Rave statt. Man trifft sich, man kennt sich. Touristen mit Fotoapparaten und Stadtkarten trifft man nicht. Genauso wenig wie Familien mit Kindern. Hier leben junge Leute – und jung gebliebene. Schillernd extravagant, ruhig und zurückgezogen, auf dem Sprung vom Heute ins Morgen. Was danach kommt ist nicht so wichtig. Am Wochenende wird lange geschlafen, die Katzen sonnen sich auf den Straßen, in den Hinterhöfen ist es ruhig. Die Sonne schimmert druch die verwitterten, längst renovierungsbedürftigen Fenster.

Man hört scheppernde Rolltore der Warehouses die sich mit einem ächzendem Gewinde hoch ziehen und silbern in der Sonne glänzen. Irgendwo dröhnt eine Kettensäge, jeder wacht langsam auf und geht seiner Wege. Nach ein paar Wochen war ich in der Szene, wurde herzlich gegrüßt und das ein oder andere mal auf ein Cider in Crate’s Brewery eingeladen. Die traditionell aussehenden Hausbote am Ufer des river lee stehen auf glitzerndem, mit Entengrieß bedeckten Wasser. An kalten Tagen zieht Rauch aus den kleinen Kajüten der Bewohner, auf Deck wachsen kleine Fächerpalmen, Tomaten, Gurken & Kräuter. Man hört das Schwappen des Wassers am Ufer und die klacken von Gängen der am Flusspfad vorbei fahrenden Radler.

Die Straße runter dudelt die Band „Fear of fluffing“ auf einem fahrenden Gestell seltsame Geräusche. Kochbücher werden auf den Kopf gestellt, rückwärts gesungen, dazu scheppert und klingelt jeder auf einem anderen Instrument. Im nächsten Innenhof wird Halt gemacht und die Privataudienz vor dem Cafe des German Deli wird mit Bratwürsten entlohnt. Danach ziehen sie weiter in ihrem eigenen, seltsamen Kosmos.

Hackney_Wick_OvergroundOverground Haltestelle // Hackney Wick

Hackney_Wick_mind_the_step

Hackney_Wick_river_leeHausboote auf dem Kanal River Lee // Hackney Wick

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White Post Lane // Hackney Wick

Hackney_Wick_Street_ArtStreetart // Hackney Wick

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Spontanes Hinterhofkonzert der Band „Fear of fluffing“ // Hackney Wick

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Sonnenuntergang am „Queens Yard“ // Hackney Wick