Hackney Wick

Die Zeit während meiner Praktika in London (er)lebte ich hauptsächlich im Künstler,- Alternativ,- Skater, und Hausboot Stadtteil Hackney Wick. Der Londoner Osten glänzt durch Mini-Brauereien und Cafe’s, einfallsreicher Street-art und besticht durch eine Heimelichkeit wie ich Sie aus meinem 300-Mann Heimatort kenne. Die freundliche Studentin von gegenüber verkauft selbstgemachte Pancakes direkt aus dem Fenster der Erdgeschoss Wohnung, das Künstleratelier nebenan hat stets eine offene Tür durch die es im vorbei gehen nach Holz, Farbe und Staub riecht und im Laden um die Ecke, findet Abends der nächste Rave statt. Man trifft sich, man kennt sich. Touristen mit Fotoapparaten und Stadtkarten trifft man nicht. Genauso wenig wie Familien mit Kindern. Hier leben junge Leute – und jung gebliebene. Schillernd extravagant, ruhig und zurückgezogen, auf dem Sprung vom Heute ins Morgen. Was danach kommt ist nicht so wichtig. Am Wochenende wird lange geschlafen, die Katzen sonnen sich auf den Straßen, in den Hinterhöfen ist es ruhig. Die Sonne schimmert druch die verwitterten, längst renovierungsbedürftigen Fenster.

Man hört scheppernde Rolltore der Warehouses die sich mit einem ächzendem Gewinde hoch ziehen und silbern in der Sonne glänzen. Irgendwo dröhnt eine Kettensäge, jeder wacht langsam auf und geht seiner Wege. Nach ein paar Wochen war ich in der Szene, wurde herzlich gegrüßt und das ein oder andere mal auf ein Cider in Crate’s Brewery eingeladen. Die traditionell aussehenden Hausbote am Ufer des river lee stehen auf glitzerndem, mit Entengrieß bedeckten Wasser. An kalten Tagen zieht Rauch aus den kleinen Kajüten der Bewohner, auf Deck wachsen kleine Fächerpalmen, Tomaten, Gurken & Kräuter. Man hört das Schwappen des Wassers am Ufer und die klacken von Gängen der am Flusspfad vorbei fahrenden Radler.

Die Straße runter dudelt die Band „Fear of fluffing“ auf einem fahrenden Gestell seltsame Geräusche. Kochbücher werden auf den Kopf gestellt, rückwärts gesungen, dazu scheppert und klingelt jeder auf einem anderen Instrument. Im nächsten Innenhof wird Halt gemacht und die Privataudienz vor dem Cafe des German Deli wird mit Bratwürsten entlohnt. Danach ziehen sie weiter in ihrem eigenen, seltsamen Kosmos.

Hackney_Wick_OvergroundOverground Haltestelle // Hackney Wick

Hackney_Wick_mind_the_step

Hackney_Wick_river_leeHausboote auf dem Kanal River Lee // Hackney Wick

Hackney_Wick_flair
White Post Lane // Hackney Wick

Hackney_Wick_Street_ArtStreetart // Hackney Wick

Hackney_Wick_Street_Art_03

Hackney_Wick_Street_Art_02

Hackney_Wick_Fear_of_fluffing
Spontanes Hinterhofkonzert der Band „Fear of fluffing“ // Hackney Wick

Hackney_Wick_Queens_Yard
Sonnenuntergang am „Queens Yard“ // Hackney Wick

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